Individuelle Betreuung.

Möglichkeiten der Therapie

Sollte bei Ihnen die Diagnose Prostatakrebs lauten, können Sie sicher sein, im PKC Münster Süd die bestmögliche Behandlung zu erhalten. Ihre Therapie wird im Rahmen einer Tumorkonferenz interdisziplinär von Urologen und Strahlentherapeuten auf Ihre individuelle gesundheitliche Situation abgestimmt. Die rechts aufgelisteten, ganzheitliche Behandlungsmöglichkeiten nach anerkannten, evidenzbasierten Standards können dabei eingesetzt werden.

Möglichkeiten der Behandlung:

Operation – Radikale Prostatektomie

Operation – Radikale Prostatektomie

Mit radikaler Prostatektomie wird die operative Entfernung der Prostata bezeichnet. Über einen Unterbauchschnitt werden die Prostata, die Samenblasen, ein Teil der Samenleiter und meist auch die Lymphknoten entlang der großen Beckengefäße entfernt. Im Anschluss wird die Harnröhre neu mit der Harnblase verbunden. Dieser Eingriff dauert etwa zwei bis drei Stunden. Für Patienten mit einem auf  die Prostata begrenzten Karzinom und einer Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren ist diese Methode gut geeignet.

Vorteile

Aufgrund der langjährigen Erfahrung unserer Operateure mit dieser Methode ist die Heilungswahrscheinlichkeit – gestützt durch entsprechende internationale Forschungsdaten und der Kenntnis des pathologischen Stadiums des Tumors und der Lymphknoten  nach dem Eingriff – besonders hoch.
Darüber hinaus profitieren viele Patienten von dem Wissen, dass der Tumor vollständig aus dem Körper entfernt wurde und können diesen psychologischen Vorteil positiv für Genesung nutzen.

Nebenwirkungen

Als eine der Hauptnebenwirkungen ist u. a. eine meist vorübergehende Harninkontinenz nach der  Operation zu nennen. Eine etwaige Beeinträchtigung der Potenz, also der Erektionsfähigkeit durch die Operation, soll nach Möglichkeit verhindert werden. Und so wird versucht, bestimmte Gefäß-Nerven-Bündel nahe der Prostata zu schonen. Leider ist dies nicht immer erreichbar und auch keine Garantie für den Potenzerhalt.

Strahlentherapie

Strahlentherapie

Als rein lokale Maßnahme wirkt eine Strahlentherapie nur im Bereich der Bestrahlungsfelder auf ein Prostatakarzinom. Damit sind sowohl die erwünschte zerstörende Wirkung auf Tumorzellen als auch eventuelle Nebenwirkungen auf dieses Areal begrenzt.

Eine Strahlentherapie hat das Ziel, Patienten nachhaltig vom Tumor zu befreien. Sie wirkt wie eine „Wachstumsbremse“ auf das Gewebe. Eine der Hauptwirkungen der Strahlen ist die Zerstörung bzw. Verminderung der Zellteilung. Durch die Strahlentherapie verliert die Zelle ihre Teilungsfähigkeit und stirbt in der Folge ab. Jede Zelle verfügt aber auch über Regenerationsmechanismen, um solche Schäden zu beheben. Die Fähigkeit zur Reparatur ist in gesundem Gewebe wesentlich ausgeprägter als in Tumorzellen. Die Strahlung schädigt den Tumor also stärker als gesundes Gewebe. Nach erfolgreicher Bestrahlung sterben die Tumorzellen ab, werden von körpereigenen Zellen zerlegt und abtransportiert.

Die Strahlentherapie im Detail

Eine Bestrahlung von außen (perkutane Bestrahlung) erfolgt in ca. 40 Sitzungen. Gesunde Zellen können sich über Nacht erholen, während die Tumorzellen bei jeder Sitzung weiter geschädigt werden.

Für die Bestrahlung nutzen wir mordernste Techniken: Mikro-Multileaf und Bewegungsbestrahlung mittels VMAT und IGRT, d. h. bildgeführte Therapie mittels CT am Beschleuniger. Jede der fünfmal in der Woche durchgeführten Sitzung dauert etwa 15-20 Minuten. Die reine Strahlungszeit beträgt 1-2 Minuten.

In Einzelfällen kann die Empfehlung lauten, die Bestrahlungszeit zu verkürzen und nach 50 Gy, d. h. nach ca. 25 Bestrahlungstagen zusätzlich eine HDR-Brachytherapie durchzuführen.

Dabei werden unter lokaler Betäubung Katheter in die Prostata eingeführt, um sie von innen zu bestrahlen. Auf diese Weise gelangt eine höhere Strahlendosis an die Prostata und die Nebenwirkungen am gesunden Gewebe sind geringer.

Hormontherapie

Hormontherapie

Die Hormontherapie eines Prostatakarzinoms findet in zwei Fällen Anwendung: bei fortgeschrittenen und/oder metastasierten Tumoren sowie bei Patienten, die weder operiert noch bestrahlt werden können. Diese Behandlungsform wirkt im Prinzip wie eine Hormonentzugstherapie und nutzt die Eigenschaft der Prostatakarzinomzellen, unter dem Einfluss des männlichen Geschlechtshormons Testosteron zu wachsen. Testosteron wird hauptsächlich in den Hoden des Mannes produziert. Um die Wirkung des Hormons zu blockieren, können unterschiedliche Methoden eingesetzt werden. Neben Tabletten, die eine Hormonwirkung an der Prostatakrebszelle verhindern, kann auch ein Depotpräparat verwandt werden. Als Ein- oder Dreimonatspritze verabreicht, greift es direkt in den Testosteronregelkreislauf des Körpers ein. Der Testosteronspiegel wird effektiv gesenkt und ein weiteres Tumor- oder Metastasenwachstum für einen möglichst langen Zeitraum unterbunden.